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Die 10 skurrilsten Zustellmethoden der Welt

Paketversand auf Skiern, per Kahn oder auf Stelzen – zugegeben letzteres zu Beginn des 20. Jahrhunderts würde den heutigen Health and Safety Standards wohl gar nicht mehr gerecht werden. Versand und Paketzustellungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten stark gewandelt und sind stetig dabei sich weiterzuentwickeln. Eine der neuesten Zustellmethoden, Zustellungen per Elektrobike, das vor allem in belebten Innenstädten eingesetzt wird, hätte man sich vor fünfzig Jahren vielleicht kaum vorstellen können. Heute gehören elektrisch angetriebene Versandvehikel zur Ausstattung fast eines jeden großen Versandunternehmens.

Im Versand muss man eben flexible sein. Mobilität ist alles, wenn es um Paketzustellungen geht. Dieselfahrverbote und überfüllte Innenstädte haben heute das E-Liefer-Bike hervorkommen lassen, zugefrorene Seen vor 100 Jahren den Versand auf Schlittschuhen.

Je unterschiedlicher die Zustellregionen sind, desto unterschiedlicher und einfallsreicher fallen auch die Liefermethoden aus. Wir haben eine Liste der 10 kuriosesten Zustellmethoden skurriler Natur zusammengestellt – von Paketzustellungen auf Skiern, über Schlittschuhe, Stelzen bis hin zu Paketzustellungen per Boot. Seien Sie besonders gespannt auf die unglaubliche (!) Nummer 10 unserer Liste.

1) Zustellungen auf Skiern – bei Kaiserwetter der beste Job der Welt?

Wie wir bereits in unserem vergangenen Beitrag angeführt haben, ist zumindest in Österreich nur ein einziger Zusteller übrig geblieben, der mit seiner Post auf Skiern unterwegs ist, und das ist Helmut Edelmaier aus der Steiermark. Wo es heute zur Seltenheit geworden ist, Briefe und Pakete per Ski oder Langlaufski zu verteilen, war es in alpinen Gebieten, wie in Österreich, Frankreich, der Schweiz und im Süden Deutschlands, üblich die Postauslieferungen auf den zwei Latten durchzuführen. Auch in anderen schneereichen Regionen mussten die Zusteller flexibel bleiben. Norwegens, Finnlands oder Schwedens Zusteller waren zum Beispiel auch auf Langlaufskiern, wenn nicht auf Schneeschuhen, unterwegs, um schneller und vor allem einfacher von A nach B zu kommen. Die Zustellung auf Skiern in schneereichen Berg-, Tal oder auch Flachlandregionen kann um einiges rascher von statten gehen als die übliche Zustellung zu Fuß.

Zustellung auf Skiern

Bildquelle: Kleine Zeitung

2) Briefboten auf Schlittschuhen – wenn’s friert, geht’s auf’s Eis

Eisige Temperaturen lassen erfinderisch werden. Wenn die Seen und Kanäle in den Niederlanden zugefroren waren, wussten sich Boten zu helfen, wie sie Briefe oder kleine Päckchen über die Gewässer transportieren sollten. Die Vorläufer unserer heutigen Schlittschuhe waren zwar nicht sehr technologisch fortgeschritten, man nutzte sie aber genauso wie heute. Mit Eisenkufen an Holzschuhen angebracht sind die Boten über die Gewässer geflitzt und haben ihre Päckchen und Briefe an den Mann und die Frau gebracht.

Ice skates

3) Seilbahn-Gondel – Pakete kommen schwindelfrei

Im Winter wie im Sommer kommen Briefe und Pakete auf die Zugspitze per Seilbahn-Gondel und das schon seit geraumer Zeit. Der Transport der Pakete beginnt dafür im Tal am Eibsee in Deutschland. Von dort werden sie in die Seilbahn verladen und im Anschluss an die entsprechenden Empfänger, die auf der Zugspitze eine Anschrift haben, auf 2962 Metern verteilt. Das Ganze läuft natürlich auch umgekehrt ab, wenn Pakete von der Zugspitze binnen eines Tages im Tal ankommen müssen.

Zugspitze

4) Lieferung durch Hundeschlitten – Balto und der Schlittenhundversand

Hundeschlitten gehören vor allem in nördlichen Regionen der Welt zu üblichen Transportmitteln. In Gebieten Alaskas in den USA mit einer Gruppe an Huskys voran wurden nicht nur Menschen auf den Schlitten transportiert, sondern auch Waren, Päckchen und Pakete kilometerweit gezogen und das in eisiger Kälte und schneereichen Bedingungen. Der wohl berühmteste Versand per Schlittenhund war in den 1920ern, als in Nome in Alaska Diphterie ausgebrochen war. Zu dieser Zeit war es aufgrund der Wetterbedingungen in den Wintermonaten nicht möglich Nome zu verlassen; das letzte Schiff vor Wintereinbruch legte im Herbst ab. Piloten, die versuchten das Serum gegen Diphterie nach Nome per Flugzeug zu transportieren, schafften es aber nicht einmal bei den eisigen Bedingungen abzuheben. Die einzige Möglichkeit das Medikament gegen Diphterie nach Nome zu bringen war über Schlittenhunde, die im Kollektiv und gestaffelt -52 Grad Celsius und 1085 Kilometer etappenweise überbrücken konnten.

dog sled

5) Paketlieferungen per Kahn – wird er zu voll, geht er unter

Paketlieferungen per Kahn wie zum Beispiel im Spreewald in Deutschland laufen üblicherweise nicht so dramatisch ab wie der Schlittenhundversand in Alaska nach Nome 1925. Im Spreewald haben manche Häuser keine Anbindung zu festen Straßen, sondern sind nur mit einem Kahn zu erreichen. Man könnte natürlich auch schwimmen. Weil aber nicht jeder Paketzusteller sein Seepferdchen bestanden haben muss, setzen die deutsche Post und DHL für die Zustellung an die entsprechenden Anschriften spezielle Kahns ein, um Pakete und Sendungen an ihre Empfänger zu bringen. Die Pakete dürfen dabei nicht mehr als 31,5 Kilogramm wiegen. Ist der Kahn zu schwer, geht er nämlich unter.

Oliver Lang fuer die Deutsche Post DHL Group

Bildquelle: DHL

6) Wattwagen – weil niemand in den Willy Wattwurm treten will

Die Insel Neuwerk im Norden Deutschlands liegt etwas abseits. Soweit im Abseits, dass ein eigens für den Wattverkehr entwickeltes Vehikel zum Einsatz kommt, um auf die kleinste bewohnte Insel in Deutschland zu gelangen. In den Wintermonaten, von November bis März wird nämlich der Wattwagen ausgepackt. Lieferant, dessen Pakete und Briefe werden auf den Wattwagen geladen und dann von der Ortschaft Duhnen nach Neuwerk gebracht – das zwei- bis dreimal die Woche. Der Lieferant stellt seine Sendungen binnen einer Stunde zu und verlässt Neuwerk auf demselben Weg wieder wie er gekommen ist: per Wattwagen.

 

collage watt

Bildquelle o. l.: DHL

7) Lore und Postschiff – Ebbe und Flut sind abgedeckt

Wir bleiben im Norden. Die ostfriesischen Halligen sind bestimmt von den Gezeiten. Wer die nicht mit einplant, hat schon verloren und bleibt höchstwahrscheinlich auf den Halligen sitzen. Die Halligpost, deren Briefe und Pakete per Lore transportiert werden, ist ebenso abhängig von Ebbe und Flut. In den Wintermonaten, bei Ebbe oder sollte es sehr stürmisch sein, werden die Pakete auf die Lore geladen und damit vom Festland auf die Halligen gebracht. Ansonsten und vor allem bei schönem Wetter in guten Bedingungen, aber vor allem wenn die Gezeiten stimmen, legt das Postschiff ab und bringt die Sendungen auf die Halligen.

collage postschiff

Bildquelle r.: DHL

 

8) Pakete per Maulesel – wer braucht schon Paketdrohnen?

In den USA, im Ort Supai, erfolgt die Kommunikation und Versorgung hauptsächlich über den US-Postdienst, und der hat sich beim Versand etwas ganz Schlaues einfallen lassen: Pakete kommen dort nämlich per Maultierzug. Das Dorf Supai hat gerade einmal ein bisschen mehr als 200 Einwohner und befindet sich in einem der kleinsten staatlich anerkannten Stammesnationen der USA. Weil Autos und andere Vehikel dort verboten sind, greift USPS zu einem Zug an Mauleseln, die Taschen voll mit an Briefen und Paketen von und nach Supai schleppen.

Mule

9) Zustellungen auf Stelzen – „wo wir hingehen, brauchen wir keine Straßen…“

1891 ist der Franzose Sylvain Dornon auf Stelzen von Frankreich, Paris, nach Russland, Moskau, in 58 Tagen gelaufen. Warum, weiß niemand so genau. Was wir aber wissen, ist, dass es zu dieser Zeit in vielen ländlichen Regionen keine oder kaum befestigte Straßen oder Wege gab, wie wir sie heute kennen. Vielmehr handelte es sich um einen weichen, unebenen Boden, der einen Spaziergang oder Lauf als besonders schwierig und schweißtreibend gestaltete. Man hat sich aber zu helfen gewusst: Stelzen mussten her! Wohin man auch gehen wollte, Stelzen wurden so wichtig und alltäglich wie Schuhe und waren tatsächlich äußerst effektiv: Post- und Briefboten waren deutlich schneller unterwegs und konnten längere Laufgänge hinlegen als zu Fuß ohne Stelzen.

Stilts

10) Und jetzt kommt der absolute Abschuss! – Zustellungen per Rakete

Kein Witz. Und wo sollte diese Zustellmethode denn entwickelt worden sein, wenn nicht in den USA. Am 8. Juni 1959 hat das U-Boot USS Barbero der U.S. Navy eine gesteuerte Rakete mit 3000 Briefen Richtung Stützpunkt in Mayport, Florida abgefeuert. Mit rund 965 Kilometern in der Stunde ist das die schnellste Zustellmethode in der Geschichte. Mehr als 160 Kilometer legte die Postrakete innerhalb von 22 Minuten vom U-Boot bis zur Küste Floridas zurück. Die Idee war es, die Raketenpost weltweit einzusetzen, von New York bis nach Kalifornien, England und sogar nach Australien und das innerhalb von nur ein paar Stunden. Die Kosten der Raketenpost waren auf Dauer allerdings zu hoch, um sie als Standardmethode für den Briefverkehr zu verwenden.

Missile

Bildquelle: USPS/U.S. Navy

 

 

 

 

 

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